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Berichte

Kurzbericht Lüneburger Heide – Helgoland – Wattenmeer

4. – 13. Mai 2015

 

1. Tag: Der bereits halb gefüllte Bus trifft in Winterthur ein, das Gepäck wird verstaut. In Schaffhausen steigen die letzten Reisegäste zu, dann geht die lange Reise mit 47 Teilnehmenden los. Via Singen nach Ulm, hier erreichen wir die Autobahn A8 und danach die A7 auf welcher wir zügig nordwärts fahren. Vorbei an Heidenheim, und Aalen erreichen wir die Raststätte Ellwanger Berge, hier halten wir Mittagsrast. Frisch gestärkt geht die Fahrt weiter, vorbei an Rothenburg o.d.T., Würzburg, Fulda, Kassel bis zur Raststätte Rosdorf/Göttingen. Der letzte Reiseabschnitt führt uns über Hildesheim, Hannover nach Döhle in der Lüneburger Heide. Sofort werden wir in der Pension Auetal zu einem sehr feinen Nachtessen mit allem Drum und Dran erwartet.

 

2. Tag: Nach dem Morgenessen haben wir bis zum Mittagessen Freizeit, die für erste Erkundungen der Heidelandschaft individuell genutzt wird. Nun besteigen wir die bereitstehenden Gespanne dann kann der Ausflug mit Ross und Wagen in die Lüneburger Heide beginnen. Gemütlich stampfen nun die Pferde durch das Heidegebiet, mächtige Wacholdersträucher, hellgrüne Birken, schöne Eichenwälder und offene Stellen säumen den Weg links und rechts der Wagen. Nach einstündiger Fahrt sind wir beim Museumsdorf Wilsede, hier folgt eine kleine Wanderung zum Totengrund mit toller Aussicht über das Heidetal. Auf einem anderen Weg fahren wieder zurück nach Döhle. Auf dem Rückweg (mit Regen) begegnen uns Kraniche sowie Heidschnucken, die im Stall Schutz vor dem Regen suchen.

 

3. Tag: Heute geht die Fahrt zum 50 km entfernten Vogelpark Walsrode. Die herrliche Anlage des Vogelparks ist insgesamt 240'000 m2 gross. An altem Baumbestand und blühenden Blumenrabatten vorbei geht der Weg zu den begehbaren Hallen, Freigehegen und Flugvolieren. Auf dem Rundgang sind über 4000 Vögel in 675 Arten aus allen Erdteilen zu sehen. Der Zeitpunkt unseres Besuches könnte nicht besser gewählt werden. In allen Farben blühen die Rhododendren und verwandeln die Anlage in eine wunderbare Farbenpracht. Auf dem Weg bestaunen wir die schönen Gehege der Störche, Pinguine, Pelikane, Flamingos, Ibisse, Löffler, Reiher, diverse Wasservögel, Eulen und den mächtigen Strauss. Pünktlich sitzen viele von uns in der Freilichtbühne. Hier wird die Flugtauglichkeit von Falken, Adler und Geier usw. gezeigt. Der Sekretär führt seine Kunst im Schlangen töten vor und die frechen Papageien flattern haarscharf über die Köpfe der Zuschauer. Um 16 Uhr treten wir die Rückfahrt nach Döhle an. Die Wirtin vom Heide-Landhaus fragt uns beim Schlummertrunk ob wir Schweizer nicht Halsschmerzen bekommen würden wenn wir das ch und k so weit hinten im Hals aussprechen würden. Nun nehmen wir unser Schicksal auf uns und leben mit dieser Halskrankheit, so etwas Herrliches!

 

4. Tag: Nach dem Frühstück werden die Koffer eingeladen und bald sind wir unterwegs auf Nebenstrassen Richtung Cuxhaven. Pünktlich treffen wir im Hafen ein, so dass wir wie geplant Einschiffen können. Nach knapp 1 Stunde Fahrt erreichen wir das offene Meer, der Wellengang ist bis 7 m hoch. Es kommt wie es kommen musste, die meisten Landratten erweisen sich als nicht als seetauglich. Das Personal verteilte rennend Kotztüten, die rege benutzt werden. Zum Glück erreichen wir nun die 70 km entfernte Insel Helgoland, so dass wir wieder festen Boden unter den Füssen haben. Mit dem Lift kommt man bequem auf das 40 m höhere Oberland. Das Wetter ist uns hier wohlgesinnt, so dass viele einen Rundgang entlang der Felsen unternehmen und dabei die vielen brütenden Seevögel bestaunen können. Andere machen einen Marsch durch das farbige Dörfchen und zur "langen Anna", besuchen im Vorbeiweg noch den Lummnenfelsen wo jedes Jahr ca. 5000 Seevögel brüten. Glücklicherweise verläuft die Rückfahrt ruhig und problemlos. Pünktlich treffen wir wieder bei der "alten Liebe" in Cuxhaven ein und fahren zum Büffet-Nachtessen an den Elbestrand, wo wir als Zugabe einem fantastischen Sonnenuntergang beiwohnen können. Nach dem Nachtessen beziehen wir die Zimmer im Hotel Pflug hier in Cuxhaven.

 

5. Tag: Nach dem Morgenessen fährt Willi mit uns zum Strand von Cuxhaven-Sahlenburg. Nach 10 Uhr werden wir am Verladeplatz zur Kutschenfahrt über das Wattenmeer erwartet. Mit gemischten Gefühlen nehmen wir auf den hochbeinigen Wagen Platz und die Fahrt geht bei schönem Wetter los. 5 Kutschen bringen uns auf einem mit Weidengesteck bezeichneten Pfad über das Watt zur Insel Neuwerk, ein merkwürdiges Unterfangen, lag doch vor kurzer Zeit hier noch über 2 Meter tief Wasser. Auf der Insel bei unserem Hotel “zum Alten Fischerhaus“ werden wir mit einer feinen Suppe erwartet, für 2 Tage sind wir hier Gäste. Nach dem Zimmerbezug unternehmen wir anfänglich auf dem Damm einen Spaziergang, dabei entdecken wir eine grosse Schar (mehrere Hundert) Ringel- und Weisswangengänse, die sich auf dieser Insel, die unter Naturschutz steht, für den Weiterflug nach Sibirien stärken. Die Inselschule, eine Butike, die Kehrichtentsorgung und der Leuchtturm sind weitere Ziele des Rundgangs. Der Tag wird mit einem ausgezeichneten Nachtessen im schönen Fischerhaus, einem knallroten Sonnenuntergang sowie einem Vortrag von Herrn Fock über die Insel Neuwerk und deren Leute beendet.

 

6. Tag: Nach dem Morgenessen machen wir uns bei regnerischem Wetter auf zur Wattfahrt mit dem Traktor und geschlossenen Wagen zur Nachbarinsel Scharhörn. Der Vogelwart, nur er darf auf dieser Insel wohnen, gibt uns Einblick und Erklärungen über seine Arbeit. Neben der Erfassung von Brutvogeldaten, Watt- und Wasservogelzählungen und Spülsaumkontrollen zur Schiffsmüllerfassung gehören öffentliche Führungen zu seinen Hauptaufgaben. Zurzeit ist das Gebäude nicht bewohnbar und Einsturz gefährdet, ein kleiner Container ist nun seine Wohnung. Nach einer Stunde Aufenthalt bei gutem Wetter und einem heissen Punsch fahren wir wieder zurück. Erneut wird uns eine feine Suppe serviert, was uns Schwung für den geplanten fakultativen Inselrundgang mit Willi durch die Salzwiesen und die Vogelbrutgebiete verleiht. Die nachfolgende Freizeit bis zum Abendessen benutzen einige für die Besteigung des Leuchtturms. 168 Tritte führen nach oben. Die Anstrengung wird mit einem Ausblick über die ganze Insel belohnt. Das wiederum feine Nachtessen mit Grilladen beschliesst den heutigen interessanten Tag.

 

7. Tag: Nach einer äusserst stürmischen Nacht machen wir uns nach dem Morgenessen um 9.15 Uhr auf den Weg zurück nach Cuxhaven Sahlenburg. Die Abfahrt der Wattwagen Richtung Cuxhaven Salenburg verzögert sich um eine halbe Stunde, denn der nächtliche Sturm trieb viel Wasser in die Elbemündung, das jetzt nur langsam abläuft. Das Watt ist immer noch unter Wasser und bei einem Wasserstand von 1 Meter über Normal können die Pferdewagen nicht fahren, zum Glück unterschreitet es jetzt diese Grenze. Die Pferde stehen teilweise bis zum Bauch im Wasser. Beim Überqueren der letzten Sanddüne bleibt ein Fuhrwerk stecken, die Fahrgäste müssen vom Wagen steigen. Nachdem Willi den Bus geholt hat fahren wir weiter durch Ostfriesland bis Wischhafen. Mit der Elbefähre geht’s nach Glückstadt in Nordfriesland, danach geniessen wir auf einem Parkplatz in Neuenbrook ein feines Picknick aus dem Bus. Frisch gestärkt geht’s weiter über Itzehoe, den Nord-Ostseekanal, Heide zum Eidersperrwerk. Ein gigantisches Bauwerk (5 Schleusen à 40 m Breite), welche das Hinterland vor Überflutungen schützt und bei Ebbe das Auslaufen der Eider ermöglicht. Hier ist auch eine vielfältige Vogelwelt zu beobachten. Einige Meter weiter besuchen wir das angrenzende Naturschutzgebiet, danach zeigt uns Willi noch das Eiderumland. Auf der Autostrasse fahren wir danach nordwärts über Husum, Hattstedt inkl. Farmen-Besichtigung Sterdebüll, Bredstedt nach Sterdebüll ins Landhaus Sterdebüll wo wir sehnlichst erwartet werden. Zimmerbezug gefolgt vom Nachtessen beenden den Tag.

 

8. Tag: Nach dem Morgenessen fahren wir vorbei am Fährhafen Schlüttsiel (von hier geht’s nach Hallig Hooge), der Küste entlang mit vielen Gänsen und Schafen bis Dagebüll, dann zum Verladebahnhof Niebüll. Hier beginnt mit dem Bus die Zugreise nach Westerland auf Sylt, da kann man nur sagen ein völlig neues Fahrgefühl. Auf Sylt verlassen wir den Autozug und fahren durch den Hauptort südwärts über Rantum nach Hörnum am Inselende. Eine Stunde Pause zum Flanieren, einkaufen und geniessen, für den Strandbesuch ohne Gästekarte sollte Eintritt bezahlt werden, jedoch ohne mich! Nun geht’s durch die Dünenlandschaft wieder nordwärts Richtung Westerland, dabei machen wir auf einem Parkplatz einen Halt für ein weiteres Picknick. Während des Aufbaus besteht die Möglichkeit die Dünen zu besteigen und einen Blick auf den endlosen Strand und die Nordsee zu werfen. Frisch gestärkt geht später die Fahrt nordwärts bis Kampen, hier haben wir Zeit, die vielen Reetdachhäuser mit den schönen Gärten zu bestaunen. Hier gibt es Satzungen, die die ausschliessliche Verwendung von Reet, also die so genannte „Weichbedachung“ vorschreiben. Nun fahren wir bis List ans Nordende von Sylt und machen Pause bis uns die Syltfähre zur dänischen Insel Römö bringt. Von der Landungsstelle Havneby fahren wir nochmals nordwärts bis Nørre Tvismark, hier ist die Insel mittels Rømø-Damm mit dem Festland verbunden. Die Rückfahrt auf dem Festland nach Sterdebüll dauert bis zum Sonnenuntergang.

 

9. Tag: Um 8.15 Uhr beginnt die Heimreise, dabei fahren wir durch Nordfriesland, vorbei an unzähligen Windturbinen auf der uns bekannten Strecke bis Itzehoe. Willi wählt die Strecke durch Hamburg und über diverse Elbbrücken, so dass wir einen kleinen Einblick vom Hafen erhalten. Zügig geht die Fahrt südwärts vorbei an Döhle bis zur Raststätte Allertal West, hier halten wir ausgiebig Mittagsrast. Der zweite Streckenteil bis zum schmucken Städtchen Hannoversch Münden dauert nicht mehr so lange, hier können wir Flanieren und Kaffee trinken. Vor den Toren der Stadt fliessen Fulda und Werra zusammen und werden zur Weser. Gepflegte Fachwerkhäuser beherrschen die Altstadt, um 17 Uhr geniessen wir das Glockenspiel mitsamt dem Figurenreigen. Die letzte Nacht verbringen wir im grossen Hotel Freizeit Auefeld mit hervorragendem Abendessen, ein toller Abschlussabend.

 

10. und letzter Tag: Die letzten 550 km stehen heute auf dem Programm. In zügiger Fahrt geht es durch herrliche Landschaften, auf der A7 vorbei an Kassel und Würzburg bis Rothenburg ob der Tauber, hier geniessen wir das letzte Mittagessen dieser Reise. Willi gibt uns 1 ½ Std. Zeit, um das mittelalterliche Städtchen zu besichtigen. Die Reise führt über Ulm, durchs Donautal, mit Pause in Mengen, zurück nach Schaffhausen, Winterthur und Zürich. Eine lange wunderschöne Reise geht damit zu Ende, viele Eindrücke werden uns noch lange in Erinnerung bleiben.

 

Willi Vogelsang danken ich, sicher auch im Namen der Teilnehmenden, für die umsichtige Fahrweise und die vielen Erklärungen unterwegs sowie die 2 feinen Picknicks.

 

Allen Teilnehmenden ein herzliches Dankeschön für die gute Kameradschaft sowie fürs Mitkommen, bis zum nächsten Mal mit einem herzlichen BERG FREI 

 

Euer Fritz Renold

 

2019  Naturfreunde Winterthur