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Berichte

Bericht  Vom Bauschutt bis zur Betonmischanlage, 27. 3. 15

 

Eine Gruppe von 14 Teilnehmenden der Sektionen Dübendorf, Effretikon und Winterthur sind “gwundrig“ wie aus Bauschutt neuer Beton entsteht. Ausgerüstet mit einer Warnweste begeben wir uns mit Paul Hofer auf den Rundgang durch das moderne Baustoff- und Recycling-Zentrum in Neftenbach. Beim Empfang, der aus einer grossen Wage besteht, kommen alle LKW’s vorbei. Hier werden sie gewogen und das Transportgut analysiert und einem Deponieplatz zugewiesen. Der grösste Anteil bildet der Mischabbruch von Wohn- und Industriebauten, entscheidend für die Deponiegebühr ist die Sortenreinheit des Abbruchmaterials. Dieser Mischabbruch wird auf eine grosse Halde gekippt, Jahresumsatz 220‘000 – 240‘000 t, eine gewaltige Menge! Wegen zunehmender Abbruchtätigkeit ist in den nächsten Jahren mit einem beträchtlichen Zuwachs zu rechnen. Zum einen ist aber für die Entsorgung nicht genügend Deponieraum vorhanden. Zum anderen gehen die Kiesreserven in der Schweiz langsam zur Neige. In dieser Situation drängt sich eine Wiederverwendung von mineralischem Bauabbruch förmlich auf.Mineralische Bauabfälle wie Betonabbruch und Mischabbruch lassen sich rezyklieren, wenn sie zuerst als Gesteinskörnung aufbereitet und dann als Zuschlag im Beton verwendet werden. Auf den ersten Blick eine elegante Methode, mit Ressourcen haushälterisch umzugehen. Allerdings sind vor dem Einsatz des noch wenig erforschten Baustoffs die Konsequenzen für den Neubau abzuschätzen.

Der erste Verarbeitungsschritt des Bauschuttes umfasst die Zerkleinerung im STONE CRESHER samt Grobreinigung, die teilweise maschinell aber auch in Handarbeit geschieht. Es fallen dabei täglich ca. 30 t Betoneisen und mehrere Tonnen Fremdgut wie Kunststoffröhrli usw. an. Der folgende Schritt umfasst die Reinigung und Sortierung des Bruchgutes. Der Körnung entsprechend werden die “neuen“ Beton-Zusatzstoffe in Bunkern gelagert und danach je nach Verwendungszweck dem Frischbeton zwischen 5 – 50 % beigemischt. Ein weiterer Deponiehügel für Bitumenabfälle liegt gleich nebenan, auch hier wird ähnlich verfahren.

Nun besichtigen wir als nächster Schritt im Kreislauf die Mischanlage mit den zahlreichen Silos und Förderbändern. Das Mischgut wird auf den Förderbändern genau gewogen und nach der gewünschten Rezeptur für jede einzelne Baustelle zusammengeführt.

Nun fährt diese Ladung auf einem weiteren Förderband in den Betonmischer, wo noch Zement und Wasser dazugegeben werden. Nach kräftigem Mixen (wie beim Kuchenteig) ist der Frischbeton fertig und kann in den bereitstehenden Lastwagen abgefüllt werden.

Zum Schluss können wir noch die Kommandozentrale und das Beton-Mischwerk besichtigen, hier erhalten wir Einblicke in den Gesamtablauf des Geschehens auf dem Werkplatz.

Paul Hofer gebührt ein grosses DANKESCHÖN für die interessante Führung mit den vielen Erklärungen, Ernst Meier ein gleiches für die gute Organisation und den Teilnehmenden ein herzliches Dankeschön fürs Mitkommen und ihr bekundetes Interesse,         Euer Fritz Renold

 

2019  Naturfreunde Winterthur