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Berichte

 

Der vereinbarte Treffpunkt in Kloten war an diesem Samstag abgesperrt, das Militär hatte zum sehr beliebten Besuchstag der Rekruten eingeladen. Rund um die Kaserne waren sämtliche Gratis-Parkplätze komplett belegt und so irrten zwei Autos aus Winterthurer und drei aus La Chaux-de-Fonds in Kloten umher. Zum Glück gibt es Mobil-Telefone – wir schafften es mit Schul-Französisch und Austauschjahr-Deutsch uns zu finden. Schlussendlich lotste uns Marcel Frank zur Fracht direkt am Flughafen wo wir noch einigermassen zahlbar unsere Wagen abstellen konnten.

Mit kleiner Verzögerung im Zeitplan spazierten wir Richtung Abflughalle. Unterwegs begrüssten wir unsere zehn Freunde aus La Chaux-de-Fonds kurz offiziell und Marcel Frank berichtete etwas über die umliegenden imposanten Gebäude. Zuerst besuchten wir die Zuschauerterrasse im Terminal B und lernten dann auf der rund 75 minütigen Rundfahrt das Flughafenareal kennen. Der thurgauer Reiseleiter sprach wie ein „Maschinengewehr“ und belieferte uns mit sehr vielen interessanten Informationen rund um den Flughafen-Alltag und die Flugzeuge, die leider für die französissprechenden Gäste eher unverständlich waren. Trotzdem fanden sie das Erlebnis Flughafen sehr spannend. Anschliessend genossen wir gemütlich den Zmittag im Restaurant oder mit mitgebrachtem Picknick auf der Terrasse und fuhren anschliessend zur Landebahn bei Oberglatt. Leider hatte der Wind unterdessen gedreht und die Lande- wurde zur Startbahn. Einige kauften ein Glace am Stand und nachdem wir einigen Fliegern beim abheben zuschauten, machten wir uns auf den Weg nach Elgg zum NF-Haus Giesental. Dort war das Hütten- und Küchenteam mit Marlies Albert, Margrit Schürch, Gerda Bryner, Rosmarie Schumacher, Robert Demuth und Monika Wiesli schon sehr aktiv und hatten die Zimmer, Apero und Znacht vorbereitet und die Tische gedeckt. Wir Neuankömmlinge konnten nach dem Zimmerbezug direkt den Abend draussen beim Apero ausklingen lassen.

Beim Abendessen sassen über 30 Mitglieder beider Sektionen durchmischt und der Saal füllte sich mit einem bunten Sprachsalat aus deutsch und französisch. Hemmungen und Sprachbarrieren fielen, wobei wir Winterthurer feststellten, dass die Chaux-de-Fonniers deutlich mehr Sprachtalent haben als wir! Zu vorgerückter Stunde traten die Winterthurer, die nicht im Giesental übernachteten ihren Heimweg an. Auch im Haus wurde es bis auf ein paar einzelne Schnarcher für ein paar Stunden still.

Während wir langsam aus den Federn krochen, war das Küchenteam schon wieder fleissig und zauberte einen reichhaltigen Zmorge auf den Tisch. Nachdem alle gestärkt waren, brachen wir auf nach Landschlacht, wo wir an der Bettagswanderung von Maja Wolf teilnahmen. Entgegen der Wetterprognosen, verbrachten wir einen wunderbaren Tag mit Sonnenschein am Bodensee. Robert Demuth und Stefan Schwengeler empfingen uns am Grillplatz der Badi Kesswil. Das Feuer loderte, wir konnten unsere mitgebrachten Würste gleich auf den Grill legen. Wir hätten die Mittagspause noch lange geniessen können, aber Maja drängte zum Aufbruch, schliesslich wollten wir rechtzeitig in Amriswil sein fürs Konzert.

Der zweite Teil der Wanderung führte weg vom Bodensee über den Seerücken nach Amriswil. Ein abwechslungsreicher Trippel durch schmucke Dörfer, Feld und Wald. In Amriswil blieb noch etwas Zeit für eine Erfrischung in der Gartenwirtschaft nahe der Kirche. Das Konzert des Jugendorchesters Thurgau war der krönende Abschluss dieses schönen Wandertages. Wir alle haben das zweistündige Konzert sehr genossen und staunten über die musikalische Leistung der 10 – 27 jährigen Kinder und jungen Erwachsenen. Keiner von uns kann erahnen wie viele Übungsstunden hinter dieser mit Leichtigkeit und Freude vorgetragenen Musik steckt. Ein herzliches Dankeschön an Maja Wolf für die Organisation dieser rundum gelungenen Bettagswanderung.

Unterdessen hatte es angefangen zu regnen und es war deutlich kühler geworden. Im Giesental war der Ofen angefeuert und Gerda Bryner, Marlies Albert und das eingespielte Küchenteam hatten ein feines Zürigschnetzeltes mit Spätzli gekocht. Leider musste meine Familie bald nach dem Znacht heimkehren, denn Schule und Arbeit waren für Montag wieder angesagt.

Am Montag fuhren Jürg Schumacher und Marcel Frank mit den Naturfreunden La Chaux-de-Fonds zur Thurbrücke bei Flaach. Dort wurden sie von einer Rangerin zum zweistündigen Rundgang durch die Thurauen empfangen. Die Führung fand nach anfänglichen Schwierigkeiten in Französisch statt, die Rangerin wurde unterstützt von Manuela Beutler und Sibylle Leuba, welche mit fehlenden Wörtern aushalfen und für Jürg und Marcel so Manches zurückübersetzten. So wie ich hörte, ergab sich ein interessanter und spassiger Vormittag in den Thurauen.

Nach dem Mittagessen traf ich die Gruppe noch einmal in Buch am Irchel zum Kaffee im Restaurant Sonne. Das Motto beim Restauranteingang „Komm‘ als Fremder, gehe als Freund“ passt hervorragend zum ganzen Wochenende. Fleissig wurden E-Mail Adressen und Visitenkarten ausgetauscht, einander versprochen, sich bald wiederzusehen. Die nächste offizielle Gelegenheit dafür bietet sich über die Auffahrtstage 2018. Wir werden die Tage zusammen mit den Naturfreunden La Chaux-de-Fonds im Schwarzwald verbringen. Wer seine Freunde dann wiedersehen möchte, oder sich neu dazu gesellen möchte, merkt sich das Datum unbedingt vor.

In der oberen Hueb hielten wir noch einmal an und schauten uns die Stadt Winterthur von oben an. Mit diesem wunderbaren Blick hiess es endgültig Abschied nehmen und unsere Freunde noch ein Stück zur Autobahnauffahrt Richtung Westschweiz begleiten.

Nicht zu vergessen ist, dass am Montag Vormittag im Giesental das Küchenteam zur Putzequipe wurde, die alles wieder aufgeräumt und geputzt hat. Der Hausschlüssel wurde an die Naturfreunde Frauenfeld abgegeben. Abschliessend möchte ich dem OK und allen Helfern ganz herzlich danken für ihren grossartigen Einsatz. Das ganze Team hat toll zusammengearbeitet und einander geholfen. Herzlichen Dank für dieses rundum gelungene Wochenende!                                                                                                                                                            Andrea Schwengeler

2019  Naturfreunde Winterthur